Vom Schüler zur Dozentin – Wie ich an meine Modeschule zurückkehrte
- info4451799
- 12. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Geschichten selbst. So auch meine Rückkehr an die Modeschule, an der einst alles für mich begann. Was ich damals noch nicht ahnte: Eines Tages würde ich dort nicht mehr nur lernen, sondern selbst unterrichten.
Der unerwartete Anfang
Nach meiner Ausbildung führte mich mein Weg zunächst in die Damenschneider-Ausbildung und anschließend an die Meisterschule. Ich vertiefte mein Wissen, feilte an meiner Technik und entwickelte meinen eigenen Stil weiter. Doch neben all dem geschah etwas ganz Besonderes – etwas, das mein Leben nachhaltig verändern sollte.
Eine meiner Dozentinnen erkannte früh mein Potenzial, besonders im Bereich der Schnittkonstruktion und Fertigung. Immer wieder, wenn sie verhindert war, übertrug sie mir die Verantwortung für ihren Unterricht. Anfangs war ich überrascht und ein wenig unsicher. Gleichzeitig spürte ich das große Vertrauen, das sie mir entgegenbrachte. Plötzlich stand ich vor der Klasse – nicht mehr als Schülerin, sondern als Vermittlerin von Wissen.
Der Moment, in dem sich alles veränderte
Was als spontane Vertretung begann, entwickelte sich rasch zu etwas viel Größerem. Ich merkte, wie sehr es mir Freude bereitete, mein Wissen weiterzugeben, Zusammenhänge verständlich zu erklären und zu beobachten, wie die anderen durch meine Unterstützung Fortschritte machten.
Meine Dozentin bestärkte mich dabei immer wieder. Sie sah nicht nur meine fachlichen Fähigkeiten, sondern auch meine Art zu erklären, meine Geduld und meine Leidenschaft. Rückblickend war sie es, die den ersten Stein ins Rollen brachte.
Die Rückkehr als Dozentin
Als sich später die Möglichkeit ergab, an meine alte Modeschule zurückzukehren – diesmal als Dozentin –, schloss sich für mich ein wundervoller Kreis. Die Räume, in denen ich einst selbst gesessen hatte, wurden nun zu meinem Arbeitsplatz. Die Perspektive hatte sich verändert, doch die Begeisterung für Mode und Handwerk war geblieben.
Mehr als nur Unterricht
Für mich bedeutet Unterrichten weit mehr als reines Wissensvermitteln. Es geht darum, Potenziale zu erkennen – genau so, wie es damals bei mir geschah. Es geht darum, Vertrauen zu schenken, Mut zu machen und Räume zu schaffen, in denen Kreativität wachsen kann.
Dankbarkeit und Verantwortung
Ich bin unglaublich dankbar für den Weg, den ich gehen durfte, und besonders für die Menschen, die an mich geglaubt haben. Ohne diese eine Dozentin, die mir Verantwortung übertrug und mich gezielt förderte, stünde ich heute wahrscheinlich nicht hier.
Diese Erfahrung prägt bis heute meinen eigenen Unterricht. Denn manchmal braucht es nur eine einzige Person, die sagt: „Ich sehe dein Potenzial.“
Und genau das versuche ich jeden Tag weiterzugeben.



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